administrativem System. Sein Büro ist ein nicht mehr erkennbarer Tisch unter einem Berg von Skizzen, Fotos, Zeitungsausschnitten und Korrespondenz. Er nennt dieses Chaos sein «labiles Gleichgewicht».
Kürzlich bin ich mit ihm nach Zürich gefahren. Wir haben dort ein gemeinsames Projekt für Sozialsponsoring zugunsten von Menschen mit Behinderung. Irgendwann unterwegs fragt er mich: «Und, hast du alles im Griff?» Auf eine solch rhetorische Frage antworte ich grundsätzlich mit «nein», denn nur eine Verneinung liefert weiteren Gesprächsstoff. Giannis Antwort war einmal mehr überraschend: «Das ist gut so, denn wer alles im Griff hat, hat keine Hand mehr frei, um was anderes anzupacken.»
So ist er immer. Mitten im Small Talk macht er unverhofft, ohne Vorankündigung eine hochphilosophische Aussage. Könnte es sein, dass wir in unserem Streben nach Perfektionismus das Wesentliche nicht mehr erkennen und Chancen an uns vorbeiziehen lassen? Stimmt es, dass das Chaos die Quelle der Kreativität ist? Müssen wir wieder lernen,